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"Marokko ist ein Paradies auf Erden mit angenehmem Klima, unberührten Stränden, herrlichen Landschaften und uralten Monumenten."

 

Essaouira

Essaouira ist das ideale Ausflugsziel von Marrakech an einem heißen Tag. Am Atlantik ist es im Sommer immer etwas kühler, im Winter etwas milder. Die Anfahrt ist sehr gut mit dem öffentlichen Bus zu machen.

Bus Supratours

Supratours bietet eine komfortable Verbindung von Marrakech nach Essaouira. In Marrakech ist der Haltepunkt neben dem neuen Bahnhof in der Avenue Mohammed VI. Die Fahrt dauert knapp 3 Stunden, Preis 70 DH. In Essaouira liegt die Agentur beim Bab Marrakech. Von hier aus lässt sich die Altstadt in einem kurzen Fußmarsch gut erreichen, das Gepäck wird mit Handkarre transportiert.

Abfahrt ab Marrakech:8:30, 09:00, 10:30, 14:30, 17:00, 19:00 Uhr; Abfahrt ab Essaouira:6.00, 9.30, 11.45, 15.15, 18.30 Uhr, Komfortbus 17:00 Uhr (100 DH)

Bus CTM

Die Busse der Gesellschaft CTM halten in Marrakech beim Bab Doukkala am Rande der Altstadt. Der Gare Routière von Essaouira liegt etwa 800 m vom Bab Doukkala (Altstadt) in der Neustadt. Diese Busse sind recht gut, aber es fahren auch Busse von kleineren Gesellschaften, etwa stündlich ist mit einem Bus nach Essaouira zu rechnen.

Taxi

Haltepunkt der Sammeltaxis in Marrakech ist am Bab Doukkala. Ein Platz kostet 80 DH, die Taxis fahren ab, wenn sie komplett sind. Ein Sammeltaxi individuell kostet 600 DH für bis zu 5 Personen.

Stadtbummel in Essaouira

Auch wenn die Stadt am Atlantik keine prächtigen Palastanlagen vorzuweisen hat, braucht sie den Vergleich mit ihren königlichen Schwesterstädten nicht zu scheuen: Wie eine Fata Morgana thront Essaouira auf einem lang gestreckten Felsen am Meer – ein Gebilde aus Sonne und Licht - zwischen Himmel und Wasser - in dem die weiß gekalkten Häuser schattenlos mit dem Dunst der Atlantikbrandung verschmelzen, umschlossen von einem hohen Dünengürtel. Von einzigartiger architektonischer Schönheit ist insbesondere die von Burgmauern, Zinnen und Kanonen umgebene Altstadt mit ihren gemütlichen Restaurants, quirligen Gassen und idyllischen Plätzen. Kein typisch marokkanisches Gassengewirr erwartet den Besucher, vielmehr durchschneiden nahezu europäisch anmutende breite Straßen die Medina und teilen sie in die Viertel der verschiedenen Handwerkerberufe auf. Vor der Altstadt breitet sich entlang des herrlichen Sandstrandes die Neustadt aus.

Zentrum der Alt­stadt mit vielen Res­taurants und Ho­tels ist der Platz Moulay el-Hassan. Von dort geht links die kleine Gasse Rue Skala ent­lang der Mauer zur Skala de la Kasbah, ei­ner kanonen­be­stückten Plattform auf der Fes­tungs­mauer. Von der Nord­bas­tion am Ende hat man einen schönen Blick über die Stadt und das Meer, das in rauer Brandung an die Klippen schlägt. Unter der Skala liegen die Werk­stätten der Kunst­tischler, für die Essaouira berühmt ist. Aus Thujaholz fertigen sie geschnitzte Holzmöbel mit Einlegearbeiten aus Zitronen- und Ebenholz, Perlmutt und Silber. Nicht selten sieht man hier Maler bei der Arbeit, die ihre Werke anschließend zum Verkauf anbieten.

Vom Platz Moulay Hassan aus geradeaus beginnt die Av. Allal Ben Abdallah, eine Hauptachse der Medina. Die imposanteste Straße der Altstadt, die Avenue de l’Istiqlal, verläuft parallel dazu, sie ist anders als übliche Altstadtstraßen in Marokko breit und offen und in regelmäßigen Abständen von dreibogigen Toren unterteilt. Die Straße ändert ihren Namen mehrmals und endet am Bab Doukkala, in dessen Nähe der Busbahnhof liegt. Vor dem Tor Bab Marrakech, noch in der Medina, ist rechts das Ensemble Artisanal in einem großen Funduk un­tergebracht, schon allein das Gebäude ist sehenswert. In einem kleinen Hinterhof wächst ein weit verzweigter Fei­gen­baum, der bereits aus dem 18. Jh. sein soll. In den auf zwei Etagen ver­teilten Werk­stätten kann man den Handwerkern bei der Arbeit zusehen, hier wer­den junge Leute ausgebildet. Die Erzeug­nisse können hier auch zu Festpreisen gekauft werden.

Unweit des Hafens vor der Stadtmauer liegt die kleine Parkanlage Orson Welles. Orson Welles filmte Anfang der 1950er große Teile seines Films Othello in Essaouira, der aber kein großer Erfolg wurde. 40 Jahre später grub seine Tochter den Film wieder aus und zeigte eine restaurierte Fassung auf Festivals rund um die Welt, nun mit größerem Erfolg, und auch in Essaouira wurde der Film im Beisein des damaligen Kronprinzen Mohammed gezeigt. Die Stadt benannte dann diesen Platz nach ihm.

Lohnenswert ist der Besuch des Fi­sche­rei­hafens mit seinen Be­fes­ti­gungs­anlagen aus dem 18. Jh. Früh­morgens findet die Ver­steigerung der Fänge statt. Vor dem Hafen ist ein großer Park­platz, dort beginnt eine lange Reihe kleiner Res­taurant-Hüttchen, die jeweils ihr An­gebot an fang­fri­schen Meeres­tie­ren auf großen Bret­tern prä­sentieren. Es gibt eine Übersichts­tafel mit den offi­zi­ellen Preisen, die allerdings nicht sehr günstig sind. Wer trotzdem in Essaouira halbwegs günstig essen möchte, der sollte in oder am Eingang der dort befindlichen Fischverkaufshalle frischen Fisch kaufen und ihn dann am ersten Stand grillen lassen. Der erste Stand grillt nur zum Preis von 10 DH und verkauft keinen Fisch. Wer so verfährt bezahlt weniger als die Hälfte! Der eigentliche Hafen ist außerhalb der Mauern und dort sind auch die berühmten Restaurants Le Coquillage und Chez Sam. Direkt davor ist die Anlegestelle für ein Ausflugsboot, das Rundfahrten und Angeltouren anbietet.