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"Marokko ist ein Paradies auf Erden mit angenehmem Klima, unberührten Stränden, herrlichen Landschaften und uralten Monumenten."

 

Die Toubkal-Region

Imlil

Der kleine Bergort auf 1.740 m Höhe ist Ausgangspunkt für Trekkingtouren ins Gebiet des Djebel Toubkal. Er liegt abseits der Tizi-n-Test Passstraße R 203 von Marrakech nach Taroudannt und erlangte seine Bedeutung durch den kleinen Markt im Zentrum, der zur Versorgung der schwer zugänglichen Dörfer der Region dient, aber vor allem als Ausgangsstation für Bergtouren. Bis hierher führt die Asphaltstraße, fahren die Taxis, können Touristen mit PKW oder WoMo gelangen.

Die meisten Bergtouristen wohnen vor ihrer Tour in Imlil, da es der letzte mit Taxi zu erreichende Ort ist. Origineller jedoch ist es in Arumd. Durch Imlil hindurch geht es auf schmaler, sehr steiler Piste (nur für Fahrzeuge mit großer Bodenfreiheit) in weiteren 4 km nach Arumd. Die Piste ist auch für einen Kleinwagen zu schaffen, aber dazu gehört ein guter, schwindelfreier Fahrer, der auch mal einen Kratzer an seinem Fahrzeug in Kauf nimmt. Bei Gegenverkehr wird es abenteuerlich. Im Winter ist diese Strecke zeitweise nicht befahrbar.

Arumd

ist der letzte mit Wagen zu erreichende Ort vor dem Aufstieg auf den Toubkal und liegt auf 1.940 m Höhe. Die aus Bruchsteinen gebauten Häuser des kleinen Ortes ziehen sich an steilen Wegen den Berghang hinauf, erst seit kurzem gibt es einen für Fahrzeuge passierbaren Weg bis auf die Höhe. Fast jeder Ein­wohner lebt vom Bergtourismus, sei es, dass er Maultiere bereit hält oder als Bergführer, Träger oder Koch arbeitet. Jede Familie hat mindestens eine Kuh, die jeden Tag den steilen Abhang hinunter ins Tal auf die Weide ge­trieben werden muss, eine Aufgabe der Frauen. Auf winzigen Felsterrassen werden Küchenkräuter und Minze gezogen.

Djebel Toubkal

Der Djebel Toubkal ist mit 4.167 m der höchste Berg Marokkos und damit das begehrteste Ziel aller Bergwanderer, zum Toubkal-Massiv gehören acht Gipfel mit mehr als 4.000 Metern. Der Aufstieg zu den beiden Basis - Hütten erfolgt zunächst durch den Talkessel von Arumd, dann über den 3.660 m hohen Pass Tizi-n-Ouagouns. Auf dem etwa fünfstündigen Weg wird der Marabut des Sidi Chamharouch passiert, der in einer tief eingeschnittenen Schlucht liegt, in der nach dem Glauben der Bevölkerung unheilbringende Geister umhergehen.

Trekking am Djebel Toubkal auf eigene Faust

Wer Bergerfahrung und die nötige Ausrüstung hat kann den Djebel Toubkal auch alleine besteigen. Unterkunft entweder im mitgebrachten Zelt oder in den Hütten. Da es zu Füßen des Toubkal nun zwei Herbergen mit etwa 300 Betten gibt ist eine Reservierung für Einzelpersonen nicht notwendig. Anders sieht es mit dem Essen aus. Während die Herbergen am Toubkal noch Essen vorrätig haben, muss dies in den anderen Refuges mitgebracht werden. Aber auch am Toubkal kann es sein, dass der hungrige Wanderer nichts bekommt. Dort ist es üblich, dass sich die Guides jeweils um das Essen für ihre Gruppe kümmern, ich habe es selbst erlebt, dass zwei deutsche Wanderer hungrig am Tisch saßen und nichts bekamen, obwohl sie ein Essen bestellt hatten und es ihnen auch versprochen wurde.

Wenn ein Trekking von mehreren Tagen geplant ist muss man die Toubkal-Besteigung unbedingt bis zum letzten Tag aufheben, da dies der anstrengendste Teil ist und man sonst nicht mehr weitergehen möchte. Je nach körperlicher Fitness werden für den ersten Teil bis zur Hütte 5 – 7 Stunden benötigt, den Aufbruch also je nach Jahreszeit früher oder später wählen. In der Saison ist man auf diesem Weg nicht allein, oft herrscht Verkehr wie auf der Autobahn zum Ferienbeginn. Wichtig für den Marsch: Gehen Sie so langsam, dass Sie nicht ins schnaufen kommen, nie laufen. Wenn der Atem doch schwer geht, sofort eine Pause machen. Und wenn ein Maultier überholt immer an der Bergseite warten, es könnte er­schrecken und den Passant den Berg hinunter stoßen. Wenn man die Gegend anschauen möchte, sollte man so lange stehen bleiben, nicht weitergehen.

Mitzunehmen ist warme Kleidung für den Gipfel (einschl. Handschuhe), Schlafsack, Handtuch, Klopapier und Stirnlampe.

Organisierte Touren

Alle Nebenkosten wie Guide, Muli, Unterkunft und Verpflegung sind eingeschlossen, ebenso das Essen und Tee, nicht jedoch kalte Getränke wie Wasser und Cola. Gute Schuhe, Schlafsack, Klopapier, Handtuch und Stirnlampe müssen mitgebracht werden. Trekkingtouren um den Toub­kal sind von Mai bis Oktober möglich, die Dauer kann zwischen 2 und 14 Tagen gewählt werden. Im Winter sind ebenfalls Trekkingtouren möglich, aber es geht in die nördlichen Täler und in schöne, entlegene Berberdörfer. Die südlichen Täler sind je nach Wetterlage nicht zugänglich von Ende Oktober bis Anfang Mai. Der Toubkal kann auch im Winter bestiegen werden, aber nur mit entsprechender Erfahrung und Ausrüstung, Maultiere sind im Schnee nicht einsetzbar. Die Ausrüstung kann auch ausgeliehen werden, z.B. in der Auberge Lepiney. Auch Skiwanderungen können organisiert werden. Von mir empfohlene, diplomierte Bergführer sind die Brüder Lah­cen und Mohamed Bouredda von der Auberge Lepiney. Lahcen führt Berg­touren nach Wunsch zu Fuß, mit Mountainbike oder im Winter mit Ski.