DE / EN

"Marokko ist ein Paradies auf Erden mit angenehmem Klima, unberührten Stränden, herrlichen Landschaften und uralten Monumenten."

 

Reisen im Ramadan

Fasten im Ramadan bedeutet, von der Morgendämmerung bis nach dem Sonnenuntergang völlige Enthaltung von Dingen, die über die Zunge kommen, kein Essen, kein Tropfen Wasser, kein Zigarettenrauch, auch der intime Kontakt zu Frauen ist verboten. Und während in Marokko Alkohol in der übrigen Zeit - obwohl verboten - toleriert wird, ist er im Ramadan absolut tabu.

Sobald aber nach Einbruch der Dämmerung von der Moschee das Zeichen zum Gebet und anschließendem „Frühstück" ertönt, schlägt der Muslim zu. Erwartungsvoll sitzen schon vorher alle am vollbelade­nen Tisch, die Straßen sind menschen­leer. Es beginnt immer mit Harira, dazu Datteln, Milch oder Buttermilch, Orangen­saft, hartgekochte Eier, Pfannkuchen, Chebakia und Milchkaffee. Das sind je­doch nur die unverzichtbaren Bestandteile, bei vielen Familien kommt noch so viel dazu, dass sich der Tisch biegt.

Danach beginnt der große Marsch, denn man braucht Hunger für die nächste Mahlzeit. Während Marokko sonst kein Nachtleben kennt, macht sich im Rama­dan jeder, der laufen kann, auf die Socken und promeniert über die Hauptstraße, in manchen Orten laden Autobesitzer Kind und Kegel in den Wagen und fahren im Schritttempo auf und ab. Oft gibt es Musikveranstaltungen.

Zwischen 22 Uhr und Mitternacht folgt ein warmes Essen, z.B. ein Tajine, und gegen 3 Uhr wird zum letzten Mal für die Nacht gegessen. In vielen Orten ertönt eine laute Sirene als Wecksignal falls doch jemand einge­schlafen ist. Nach dieser letzten Mahl­zeit legt man sich zur Ruhe.

Es ist klar, dass dieser veränderte Tagesablauf Auswirkungen auf den Tourismus und vor allem auf die Wirtschaft des Landes hat. Jeder versucht, den Tag so gut es geht, schlafend zu verbringen. Firmen, Behörden und Banken haben verkürzte Arbeits- und Öffnungszeiten, Cafés und Restaurants sind, abgesehen von Touristenhochburgen, tagsüber geschlossen, das Personal äußerst lustlos. Es ist verständlich, dass man Touristen nicht gern beim Essen oder Rauchen zusieht. Während gebildete Menschen meist tolerant sind, kann es in kleinen Dörfern passieren, dass Ausländer beschimpft werden, die in der Öffentlichkeit essen oder trinken. Das Reisen in dieser Zeit ist dadurch etwas beschwerlich. Wer nicht mitfasten will, muss entweder selbst kochen oder sich nur in Tourismuszentren aufhalten, die auf Nichtmoslems eingestellt sind.

Das religiöse Leben richtet sich nach dem auf die Mondperiode gestützten Kalender, dessen Jahr etwa 11 Tage kürzer ist als nach dem Gregorianischen Kalender, der im Alltag benutzt wird. Daher verschieben sich die Termine der religiösen Feste von Jahr zu Jahr und der Ramadan kann in jede Jahreszeit fallen. Im Winter ist das Fasten noch einigermaßen erträglich, doch im Sommer sind die Tage sehr lang und heiß, nicht ein Tropfen Wasser darf über die Lippen kommen. Und das Gebot wird allgemein eingehalten.

Beginn und Ende des Fastenmonats sind nicht im Voraus klar zu definieren, sondern richten sich nach dem Aufgang des neuen Mondes. Kurz vorher ist das Land in großer Spannung, an welchem Tag es denn losgeht, und noch viel mehr am Ende, wenn mit einem dreitägigen Fest die Beendigung der "schweren Zeit" mit einem ausgiebigen Essen gefeiert wird. Dieser Fastenmonat ist eine immense Belastung für das Haushaltsbudget, man stelle sich vor, unser Weihnachten würde einen Monat dauern.

Beginn des Ramadan in den kommenden Jahren:

  • 11.08.2010
  • 01.08.2011
  • 21.07.2012

Das Reisen am Beginn und Ende des Ramadans ist erschwert, da jeder zu seiner Familie reisen möchte. Nach Möglichkeit sollte man diese Tage meiden, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist.