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"Marokko ist ein Paradies auf Erden mit angenehmem Klima, unberührten Stränden, herrlichen Landschaften und uralten Monumenten."

 

Hammam

Besuchen Sie doch einmal ein Hammam. Zwar gibt es auch in vielen Hotels Hammams, dort werden Sie jedoch nur mit Touristen zusammen sein. Viel interessanter ist es, einmal ein originales Hammam zu besuchen. Am besten fragen Sie das Zimmermädchen im Hotel nach einem guten Hammam in der Nähe. Es kostet etwa 8 DH Eintritt. Eine Massage, die die Haut phantastisch reinigt, kostet ein Trinkgeld für die Bademeisterin von etwa 30 DH. Daneben gibt es aber auch in einigen Städten Luxus-Hammams, die mehr Komfort bieten, aber auch sehr viel höhere Preise haben. Vor allem in Marrakech sind mehrere solcher Hammams zu finden.

Mitzubringen sind Handtuch, Seife, Massagehandschuh und ein kleines Eimerchen sowie frische Unterwäsche. Auch eine kleine Badematte zum Draufsetzen ist praktisch, aber diese kann oft ausgeliehen werden. Die schwarze Naturseife und ein Massagehandschuh kann man oft im Hammam kaufen.

Einige Hammams haben getrennte Öffnungszeiten für Männer und Frauen, einige sind nur für Männer bzw. Frauen. Es ist aber auch oft möglich, die Hammam nach Absprache komplett für eine gemischte Gruppe zu buchen. Für welchen Teil der Menschheit gerade geöffnet ist kann man meist daran erkennen, ob eine Frau oder ein Mann am Eingang sitzen. Jede/r Besucher/in erhält 2 Gummieimer.

Zunächst betritt man einen Vorraum, in dem man sich entkleidet. Oft gibt es Spinde für die Kleidung, manchmal passt aber auch die Dame an der Rezeption darauf auf. Normalerweise behält man nur das Höschen an, manche Frauen behalten sogar ihr Hemdchen an, aber man findet auch manchmal Damen ohne alles, am besten vorsichtig umschauen und sich nach der Allgemeinheit richten. Auch Männer behalten ihr Höschen an. Wer das nicht tut gerät umgehend in den Verdacht sexuelle Absichten zu verfolgen. Dann geht es in den heißen Raum zum Porenöffnen. Dort ist auch das heiße und kalte Wasser zu finden, das man nun in seine beiden Eimer füllt.

Nun geht es in den nächsten, weniger heißen Raum. Dort sucht man sich eine freie Ecke, gießt ein paar Eimer Wasser auf den Boden, um den Schmutz der Vorgängerin abzuwaschen und breitet seine Badematte aus. Nun wird mit Hilfe des kleinen Eimerchens abwechselnd heißes und kaltes Wasser über den ganzen Körper gegossen. Zum Waschen der intimen Stellen dreht man sich schamhaft zur Wand. Ich empfehle, die Dienste der Hammambediensteten in Anspruch zu nehmen, sie geben gegen ein Trinkgeld (ca. 30 DH) mit dem rauen Handschuh eine kräftige Rubbelmassage, die die Haut hervorragend reinigt. Zunächst wird die Haut mit schwarzer Seife abgewaschen, diese ist auf pflanzlicher Basis, mit Olivenöl, ohne jegliche Zusätze und somit sehr hautverträglich. Nach der Massage gibt es eine Peelingkur mit Rhassoul.

„Rhassoul“, auch „Ghassoul“, kommt vom arabischen „ghassale“, was soviel wie „waschen“ bedeutet. Rhassoul oder im Deutschen oft Lavaerde genannt ist ein natürliches Tonmaterial, das u.a. im Atlasgebirge abgebaut wird und seit vielen Jahrhunderten das traditionelle Haarpflege- und Reinigungsmittel Nordafrikas ist. Der deutsche Name Lavaerde ist etwas irreführend. Mit dem Vulkangestein hat das schwarzbraune Tonpulver nichts zu tun. Der Ausdruck kommt vielmehr wie im Arabischen von „lavare", dem Waschen. Das Waschprinzip der Lavaerde entfettet Haar und Kopfhaut niemals vollständig, die natürliche Schutzschicht wird nicht angegriffen. Die hohe Absorptionskraft der Lavaerde wirkt auch hartem Wasser entgegen, das zu Kalkablagerungen an den Haaren führen kann. Deswegen wird das Haar nach einer Wäsche mit Lavaerde besonders füllig und glänzend.

Nach dieser ausführlichen Behandlung kann man nach Belieben den Körper mit dem Vitamin-E-reichen Arganienöl einfetten. Es beseitigt Probleme trockener Haut und brüchiger Nägel. Es ist sehr nahrhaft und kräftigend und unterstützt in gesamter Hinsicht die Gesundheit des Körpers.