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"Marokko ist ein Paradies auf Erden mit angenehmem Klima, unberührten Stränden, herrlichen Landschaften und uralten Monumenten."

 

Souks

Einer der Eingänge liegt an der nördlichen Seite des Platzes, gegenüber dem Restaurant Le Ma­r­rak­chi. Während noch vor wenigen Jahren das lästige Führerunwesen es schwer machte, alleine in die Medina zu kommen, hat man heute Ordnung geschaffen und ein Bum­mel erfolgt völlig un­gestört. Allerdings ver­sucht jeder Souvenir­händler, den "reichen Fremdling" in seinen La­den zu ziehen, das gehört einfach zu seinem Job. Einen Führer für die Souks brauchen nur Ängstliche. Er ist nicht nötig und wird zuletzt mit Sicherheit in einen Teppichladen führen, auch wird er kaum bei der Erzielung eines guten Preises behilflich sein. Er steht mit dem Händler im Bund und kassiert anschließend seine Provision. Am schönsten ist ein Bummel am frühen Morgen, wenn die Händler noch zu träge zum Feilschen sind. Entgegen den allgemeinen Gerüchten über zu hohe Preise kann man gerade in Marrakech die Erzeugnisse, die direkt vor Ort hergestellt werden, bei großer Auswahl günstig kaufen, wenn man zu handeln versteht und sich über die Preise informiert hat. Keinesfalls sollte man kaufen, wenn Marrakech die erste Station im Land ist und der Reisende noch keinerlei Erfahrung gesammelt hat. Bei weitem zu hoch sind die Preise für Teppiche in den großen Häusern, allerdings gibt es hier und in Fes auch die größte Auswahl und die erlesensten Stücke.

Die traditionelle Einteilung der Gassen in verschiedene Gewerbe­zweige, z.B. Le­der­waren, Holzschnitzereien, Messing, Textilien, Wollfärber usw. wird durch die zahllosen Souvenirläden leider etwas zerstört. Um sich nicht zu verlaufen, kann man der Rue Souk Semarine bis zur Gabelung in die beiden Gassen Souk Atta­rine und Souk el Kebir folgen. Wenn man von diesen breiten Hauptwegen jeweils die Seiten­wege erkundet und wieder zu­rückgeht, ist ein Verirren nicht möglich. Rechts der Hauptgasse liegt der schöne Gewürzmarkt. Dort werden alle möglichen Arten von Naturheilpülverchen und Schönheits­mittel angeboten, es gibt auch lebende Echsen und Schildkröten. In der Mitte sitzen tief verschleierte Frauen und bieten selbstgestrickte Mützen oder geflochtene Strohtaschen zum Verkauf an. Dort ist auch das Café des Epices, von dem sich das Treiben gut beobachten lässt.

Der Souk el Kebir führt vorbei an einem Brunnen mit einst herrlich geschnitzter Fassade mit Kufi-Ornamenten und einem Stalaktiten-Vordach, aber heute in erbärmlichem Zustand. Restauriert wurde dagegen der Reinigungs­brunnen Koubba Almoravide als einzig erhalten gebliebenes Bauwerk aus der Zeit der Almoraviden. Er wurde 1117 gebaut, im 17. und 19. Jahrhundert überarbeitet und dann beim Bau der Ben Youssef Moschee überbaut, das Bauwerk wurde erst 1948 entdeckt und 1952 ausgegraben. Es gehörte ursprünglich zu einer Almoraviden-Moschee, von der nichts mehr erhalten ist und diente den Waschungen vor dem Gebet. Es gab aber auch Duschen, Toiletten und Trinkwasserbrunnen. Versorgt wurde das alles durch ein ausgeklügeltes System, gespeist durch das Wasser der großen Zisterne, die auf dem Gelände liegt.

Hier liegt auch das Museum von Marrakech im Palast Mnebhi. Am günstigsten ist das Ticket zum Besuch der drei Monumente Museum, Medersa und Koubba. Es kostet 60 DH, Kinder bis 12 Jahre 30 DH. Öffnungszeiten Apr – Sept 9 – 19 Uhr, Okt – März 9 – 18 Uhr. Im Museumsgarten kleines Café.

Das schönste am Museum sind die herrlichen Palasträume, an Exponaten gibt es nicht viel. Es werden jeweils auch Ausstellungen von zeitgenössischen Künstlern gezeigt. Aber die Räume sind ein wunderschönes Beispiel maurischer Architektur und lohnen den Besuch. In der Mitte ist der große Salon mit riesigem Kronleuchter und drei Fontänen, davon abgehend kleinere, reich geschmückte Salons und eine Hammam. Der Palast vermittelt einen guten Eindruck von dem Wohnstil der Reichen.

Im Gegensatz dazu ist die Medersa Ali Ben Youssef ein Beispiel für ein sakrales Bauwerk und ebenso einen Besuch wert. Die dazugehörige Moschee kann wie alle Moscheen des Landes nicht besichtigt werden. Die wunderschön verzierten Bau­werke stammen aus der Saadier-Zeit, der Bau erfolgte ab 1564. Eine Medersa war eine Hochschule zum Studium des Koran, die Schüler kamen aus allen Landesteilen und wohnten in den 136 kleinen Zellen auf zwei Etagen, sie boten Platz für 900 Schüler. Einige der kleinen Räume haben eine Leiter zum Dachgeschoss, wo weitere Schlafstätten waren. Vor dem Betsaal im Erdgeschoss ist ein großes Wasserbecken zur Reinigung vor dem Gebet, der Betsaal ist prächtig ausgeschmückt.