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"Marokko ist ein Paradies auf Erden mit angenehmem Klima, unberührten Stränden, herrlichen Landschaften und uralten Monumenten."

 

Riads

Ein traditionelles Wohnhaus mit einem bepflanzten Garten im Innenhof heißt „Riad“; wenn es sich nur um einen Hof, evtl. auch mit einem Springbrunnen handelt, bezeichnet man es mit „Dar“. Da jedoch das Wort „Riad“ zum Inbegriff jedes Touristen wurde, der das orientalische Flair erleben will, wird das Wort „Dar“ in den Bezeichnungen der Gästehäuser kaum verwandt, auch wenn es korrekt wäre, ja manchmal wird sogar fälschlicherweise die doppelte Bezeichnung Riad Dar XY verwendet. Der Innenhof ist das bestimmende Element des islamischen Wohnhauses. In Nord­afrika fan­den die Muslime das römische Atriumhaus vor, das durch die Ab­schließung nach außen ganz dem isla­mischen Bedürfnis nach einem ge­schütz­ten Familienleben entsprach. Die Fenster öffnen sich zu den Innenhöfen und nicht zur Straße; die Häuser konnten so wie Bienenwaben anein­an­dergebaut werden, als hätte sich der Gedanke der Stammes­gemeinschaft auch im Stadt­leben ver­wirklicht.

Seit Anfang der 1990er Jahre sind zunehmend Riads und Stadtpaläste an Ausländer verkauft worden. Diese haben die alten Häuser renoviert und darin zum Teil äußerst luxuriöse Ferienresidenzen eingerichtet. Nicht wenige dieser Neuzuzügler betreiben in den Altstadthäusern aber auch „Maison d'hôtes“, welche vielfach ohne Lizenz eine zunehmende Konkurrenz für die regulären Hotels darstellen. Insgesamt sollen nach den Schätzungen eines Kenners in Marrakech in den letzten 15 Jahren 19.000 Altstadthäuser, Villen, Appartements oder Grundstücke an Ausländer verkauft worden sein. Dadurch sind natürlich auch die Preise ins Unermessliche gestiegen. Der Besitz eines Riads in Marrakech ist inzwischen ein Statussymbol, bietet die Stadt doch Exotik pur, ein faszinierendes Panorama vor den oft schneebedeckten Gipfeln des Hohen Atlas sowie ganzjährigen Son­nen­schein und kaum Niederschlag. Zudem ist die Stadt in nur wenigen Flug­stunden von Europa zu erreichen.

Einer der ersten, der Marrakech für sich ent­deckte, war der fran­zösische Mode­schöpfer Yves Saint Laurent. Der De­signer kaufte das ko­baltblaue Atelier und den Sukku­len­ten­garten des französi­schen Malers Majorelle. In neuerer Zeit fanden zum Bei­spiel das britische Top-Modell Naomi Campbell, Madon­na, Mick Jagger, Isabelle Adjani und Jean-Pierre Cartier ein Ferien­domizil in Marrakech. Und kürz­lich soll sogar Hollywoods Vor­zei­ge­paar Brad Pitt und Angelina Jolie hier einen orientalischen Märchenpalast erworben haben.