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"Marokko ist ein Paradies auf Erden mit angenehmem Klima, unberührten Stränden, herrlichen Landschaften und uralten Monumenten."

 

Gesundheit

Die meisten Länder haben kein Sozialversicherungsabkommen mit Marokko, deshalb kommt die gesetzliche Krankenversicherung für Arztkosten nicht auf. Vor allem bei längeren Reisen ist daher eine Auslandskrankenversicherung empfehlenswert, die auch die Kosten für einen evtl. Rettungsheimflug trägt. Bei privat Versicherten kostet die Auslandsversicherung nur einen minimalen Aufpreis, sie gilt aber nur für eine je nach Gesellschaft unterschiedlich begrenzte Reisedauer.

Gesundheitsvorsorge

Viele Infektionskrankheiten werden durch verschmutztes Wasser und verseuchte Nahrungsmittel übertragen. In ganz Marokko, auch in den kleinsten Dörfern, gibt es Mineralwasser in Plastikflaschen zu kaufen. Das Trinkwasser im Süden ist sehr mineral- und eisenhaltig, daher oft der braune Zahnbelag bei den Einheimischen. Eiswürfel und Speiseeis besser vermeiden. Bei großer Hitze ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Da mit dem Schweiß auch wichtige Elektrolyte (Kalium, Magnesium usw.) ausgeschieden werden, ist auf entsprechenden Ersatz zu achten.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann sich eine Durchfallerkrankung einstellen. Starker Flüssigkeitsverlust ist die größte Gefahr bei Durch­fall, besonders für Kinder und Schwangere. Die wichtigste Maßnahme ist daher der Ersatz von Wasser und Salzen, die der Körper verloren hat, mit einem Elektrolyt-Pulver. Im Notfall je halben Liter abgekochten (!) Wassers einen halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffel Traubenzucker auflösen, mit Orangensaft abschmecken, und davon drei Liter am Tag trinken. In schlimmen Fällen hilft die Einnahme von Immodium-Kapseln. Das bei uns rezeptpflichtige Medikament ist in Marokko in Apotheken frei verkäuflich, trägt aber evtl. einen anderen Namen. Geht die Erkrankung nach einigen Tagen nicht zurück und kommt Erbrechen dazu, ist ein Arztbesuch unbedingt erforderlich.

Lästig sind - besonders im Süden - die vielen Fliegen, die zudem die Augenkrankheit Trachom übertragen, die zur Blindheit führt. Kleine Kinder haben oft Gesicht und Augen völlig von diesen Plagegeistern bedeckt. Vitaminmangel und unhygienische Verhältnisse begünstigen die Übertragung, Europäer sind daher kaum gefährdet.

Schlangen und Skorpione können zwar sehr gefährlich werden, zum Glück trifft man sie jedoch nur selten an. Beide meiden die Nähe von Menschen und verstecken sich mit Vorliebe unter Steinen, deshalb Steinbrocken immer sehr vorsichtig umdrehen und feste Schuhe tragen. Nachts keine Schuhe vor dem Zelt lassen, für Skorpione ein beliebter Schlafplatz. Bei etwas Vorsicht ist das Risiko sehr gering und die Mitnahme von Schlangenserum, das zudem gekühlt aufbewahrt werden muss, nicht erforderlich.

Impfungen

Es sind keine Impfungen vorgeschrieben. Bei Afrikareisen sollte jedoch grundsätzlich der Impfschutz Tetanus, Diphtherie und Polio überprüft werden. Sehr gute Informationen und ein Verzeichnis der Impfstellen sind im Internet abrufbar unter www.die-reisemedizin.de/

Bei Individualreisen unter schlechten hygienischen Bedingungen sind einige weitere Vorsorgemaßnahmen zu empfehlen.

Hepatitis A: Durch ausschließliche Verwendung gut abgekochter Speisen oder einwandfreien Trinkwassers kann die Infektionsgefahr erheblich gemindert werden. Seit Ende 1992 steht ein risikoarmer Einzelimpfstoff zur Verfügung, der nach 2maliger Impfung einen zuverlässigen Schutz für 10 Jahre gewährleistet, die vor der Reise zweimal im Abstand von vier Wochen verabreicht und nach einem Jahr ergänzt wird. In dringenden Fällen kann die Impfung noch wenige Tage vor Abreise erfolgen

Typhus: Die Infektionsgefahr kann durch Beachtung der allgemeingültigen Grundregeln der Hygiene und durch Vermeiden belasteter Lebensmittel (Rohkostsalate, Rohmuscheln, unsauberes Trinkwasser etc.) deutlich vermindert werden (Nahrungsmittelhygiene). Eine Impfung gegen Typhus steht als Schluckimpfung und als Injektion zur Verfügung. Die Schutzwirkung liegt bei ca. 70–80% für bis zu 3 Jahre. Die Injektion ist gegenüber der Schluckimpfung häufig vorzuziehen.

Malaria: Keine Gefahr in den üblicherweise von Touristen besuchten Gebieten. Bisher trat Malaria nur sehr vereinzelt von Mai bis Oktober in einigen ländlichen Regionen auf. Eine medikamentöse Vorsorge wird nicht empfohlen, wichtiger ist es, dafür zu sorgen, dass das in der Zeit zwischen Abenddämmerung und Sonnenaufgang aktive Moskito nicht stechen kann.

  • Bei beginnender Dämmerung leichte, helle Kleidung tragen, die den ganzen Körper bedeckt.
  • Nach Einbruch der Dunkelheit unbedeckte Hautstellen mit einem Mückenabwehrmittel einreiben, z.B. Autan.
  • Schlafraum mückensicher abdichten bzw. Moskitonetz über das Bett spannen und unter der Matratze einschlagen.

Sporadisch treten Cholerafälle auf. Die verfügbare Impfung bietet jedoch keinen absoluten Schutz vor einer Infektion und kann deshalb allenfalls eingeschränkt empfohlen werden. Wichtiger ist einwandfreies Trinkwasser.