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"Marokko ist ein Paradies auf Erden mit angenehmem Klima, unberührten Stränden, herrlichen Landschaften und uralten Monumenten."

 

Bettelei von Kindern

In Marokko wird häufig über die Anmache geklagt, über das Betteln, über die Kinder, die mit strahlendem Lächeln „Bonjour, messjö" auf das Auto zugestürzt kommen, um Bonbons oder Geld zu erbetteln. Die Bettelei kann manchmal auf die Nerven gehen. Kaum steigt man aus dem Auto, um zu fotografieren, ist man bald umringt von kleinen Kindern. In einigen Gegenden greifen sie auch in das offene Fenster oder hängen sich an das fahrende Auto.

Allerdings ist das den Marokkanern nicht angeboren, sondern kommt erst durch die Touristen, die angefangen haben, Bonbons oder Geld an die Kinder zu verteilen. Erst so haben sie gelernt, dass dies von Erfolg gekrönt ist und werden tatsächlich manchmal aggressiv, wenn sie nichts bekommen. Abgesehen davon, dass man eine Lastwagenladung voll bräuchte, um alle Kinder zu befriedigen, soll man keinesfalls Geld oder Geschenke ohne Gegenleistung geben. Auf diese Weise lernen sie sonst, dass man so sehr leicht und viel mehr verdienen kann, als z.B. ihr Vater in harter Arbeit, und vernachlässigen den Schulbesuch. Sinnvoll ist es aber, einige Bonbons oder kleine Spielsachen mitzunehmen und den Kindern zu schenken, in deren Familie man eingeladen wird, die Freude ist groß.

Es gibt aber immer noch Regionen, die vom Tourismus nicht entdeckt wurden, wo es keine Bettelei gibt, noch eine große Gastfreundschaft angeboten wird, die aber trotzdem wert sind, sie zu besuchen. Erst durch die Erschließung der Asphaltstraßen und den häufigen Besuch von Touristen kann sich so etwas ändern. Es sind also alle Reisenden dazu aufgerufen, alles zu unternehmen, dass diese Bettelei gar nicht erst anfängt. Natürlich darf man sich gern für erwiesene Gastfreundschaft revanchieren, kann seiner Gastfamilie geeignete Geschenke zukommen lassen, aber keinesfalls Geschenke am Wegesrand verteilen.

Arbeitsunfähigen Bettlern und Blinden, die man auf den Straßen und vor Moscheen häufig antrifft, kann man dagegen genau wie die Einheimischen 1 - 2 Dirham geben. Das Almosengeben ist einer der Grundpfeiler des Islam.