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"Marokko ist ein Paradies auf Erden mit angenehmem Klima, unberührten Stränden, herrlichen Landschaften und uralten Monumenten."

 

Straßennetz

Marokko hat drei Arten von Verkehrsstraßen:

Die Hauptverkehrswege heißen „Autoroute nationale“ und sind mit einem N und einer ein- oder zweistelligen Nummer bezeichnet. Die längste N-Straße ist die N 1, die entlang der ganzen Atlantikküste von Tanger bis zur mauretanischen Grenze führt.

Die zweite Kategorie sind die „Route regionale“, bezeichnet mit R und einer dreistelligen Nummer. Die berühmteste und vielleicht schönste R-Straße für Reisende ist die R 203, die Tizi-n-Test-Straße von Agadir nach Marrakech.

Die dritte Kategorie besteht aus der „Route provinciale“ und ist mit einem P und einer vierstelligen Nummer gekennzeichnet. Diese Provinzstraßen sind nicht immer asphaltiert und in den Karten zwar verzeichnet, aber meist nicht benannt.

Dann gibt es noch ein weiter im Ausbau begriffenes gebührenpflichtiges Autobahnnetz. Die A 1 führt von Tanger nach Rabat, die A 3 von Rabat über Casablanca nach El Jadida, die 20 km lange Umfahrung um Rabat ist zwar vierspurig, aber keine Autobahn und darf nur sehr langsam befahren werden; hier zahlreiche Radarkontrollen. Die A 2 geht von Rabat über Fes nach Oujda, die A 7 von Casablanca nach Marrakech, die A 8 von Marrakech nach Agadir. Eröffnet wurde 2014 Berrechid – Beni Mellal, im Bau ist die Verlängerung El Jadida nach Safi.

Doch darf man sich auch hier keine europäischen Verhältnisse vorstellen. Menschen laufen über die Fahrspuren, Linienbusse halten im absoluten Halteverbot, um Fahrgäste aufzusammeln, Anhalter suchen eine Fahrgelegenheit, Frauen schneiden Viehfutter.

Wichtige Kreuzungen sind häufig von Polizeikontrollen besetzt, daher nicht zu schnell auf eine große Kreuzung zufahren und auf Zeichen achten. Extrem langsam fahrende Vordermänner können auf eine solche Kontrolle hinweisen, wenn man dann überholt, ist man sofort in den Fängen der Polizisten, Strafen sind oft recht hoch.

Im letzten Jahrzehnt wurden erhebliche Mittel in ein Projekt zum Bau ländlicher Straßen gesteckt, viele der bis dahin nur mühsam auf Pisten zu erreichenden Ziele sind daher nun auch dem Pkw-Fahrer zugänglich, der Geländewagen wird immer mehr überflüssig. Off-Roader sind darüber nicht immer glücklich, aber noch verbleiben einige Pisten und für die Bevölkerung bedeutet der Bau einer Straße den Anschluss an die Zivilisation, der weiterführende Schulbesuch der Kinder wird wesentlich vereinfacht. Und seitdem wagen sich auch immer mehr Wohnmobilfahrer ins Landesinnere bis zu den Sanddünen des Erg Chebbi.

Verkehrsregeln

Die Verkehrsregeln sind weitgehend wie in Europa. Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen 120 km/h, Landstraßen 100 km/h, Gespanne/Wohnmobile 80 km/h, vor und in Orten 40 – 60 km/h. Größte Vorsicht ist im Ortsbereich geboten, Menschen und Tiere achten oft nicht auf den Verkehr. An Asphaltstraßen gute Beschilderung in Arabisch und Französisch, an Pisten nur selten Wegweiser.

Das Telefonieren mit Mobiltelefonen beim Au­to­fahren ist verboten, innerhalb geschlossener Ort­schaften müssen der Fahrer und der Beifahrer vorne angeschnallt sein, außerhalb alle Passa­giere. Ein Kind unter 10 Jahren darf nicht auf den vorderen Plätzen sitzen, ein Kindersitz ist allerdings nicht vorgeschrieben. Promillegrenze: 0,0.

Nachtfahrten möglichst vermeiden. Menschen und Tiere sind auch nachts auf Landstraßen un­ter­wegs, Radfahrer und Fuhrwerke haben meis­tens keine Beleuchtung, weidende Tiere können sich die Straße als Schlafplatz aussuchen. Ge­fähr­liche Abschnitte auf Pisten sind nicht recht­zeitig zu erkennen.

Vor allem im Bereich der Stadtausfallstraßen sind verstärkte Verkehrskontrollen. Mit Laserpistolen wird auf Schnellfahrer Jagd gemacht, ein Knollen kostet in der Regel 400 - 700 DH. Aber auf Quittung achten, das Geld geht sonst in die Privattasche des Beamten!